Stress und Anspannung abschütteln

Du hast oft das Gefühl gestresst zu sein? Dir ist alles zu viel?

Unter Strom stehen und gleichzeitig vollkommen erschöpft sein – dieses Gefühl kennen immer mehr Menschen.

Du fühlst Dich ausgebrannt, denn Stress wirkt zermürbend und beeinflusst unsere körperliche und psychische Gesundheit, unsere Leistungsfähigkeit, unser Glücksempfinden, unsere Lebensqualität.

Die Reaktionsmechanismen des Körpers sind bei allen Säugetieren gleich: sie reagieren auf Stress mit Kampf oder Flucht – Fight or Flight.

Wenn das nicht möglich ist, reagiert der Körper mit dem Totstellreflex, dem Erstarren, um für den Angreifenden uninteressant zu werden.

Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol sorgen dafür, dass sich der Körper anspannt und eine Menge Energie bereitstellt.

Gestresste Menschen spüren häufig, dass ihr System den Gefahrenmodus nicht automatisch wieder verlässt, sobald sie aus einer Stresssituation herauskommen.

Es werden weiterhin Stresshormone ausgeschüttet, sie sind weiterhin angespannt und der Stress verbleibt in ihrem Organismus.

Die Restspannung lagert sich in Form von biochemischen, hormonellen Schlackenstoffen in Muskeln und an Gewebewänden ab.

Hier kommt das neurogene Zittern ins Spiel.

Was genau ist das?

Denkt nochmal an die Gemeinsamkeit in der Stressreaktion aller Säugetiere:

Ihr habt es bestimmt schon in Tierdokus gesehen, wie eine Antilope zittert, wenn sie einem Löwen entkommen ist.

Es ist ein natürlicher Mechanismus und die Entladungsphase des Reiz-Reaktions-Zyklus (siehe auch https://annettechahboune.de/vaso-was/).

Unser Körper hat eine ihm inhärente Tendenz zur Selbstregulierung.

Neurogenes Zittern hilft uns diesen Prozess wieder zu initiieren, um “gespeicherten” Stress auf tiefster Ebene abzubauen. Ich nutze es in Therapie regelmäßig zum Spannungsabbau von körperlicher und emotionaler Ladung.

Jede*r Klient*in kommt in einem anderen Stadium, an einer anderen Stelle der Unterbrechung in diesem Zyklus und in einer anderen Abweichung von der „vegetativen Normallage“.

Dabei ist es für mich als Therapeutin wichtig zu erkennen, in welcher grundlegenden Struktur sich mein Gegenüber befindet und welche physiologischen Prozesse in dieser Phase im Vordergrund stehen. So kann ich die passenden Interventionen wählen.

Wir erreichen so idealerweise einen Gleichgewichtszustand (Homöostase) unseres Gesamtsystems und versetzen uns damit in die Lage, wieder frei statt reaktiv zu agieren.

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